Wechseljahre der Frau

Frage: Woran erkennt man, dass die Wechseljahre begonnen haben und in welchem Alter fangen sie meist an?

Antwort: Das deutlichste Anzeichen für die Wechseljahre ist ein unregelmäßiger Monatszyklus: Zwischen zwei Blutungen können jetzt nur noch wenige Tage liegen oder aber der Abstand vergrößert sich, wobei die Blutungen dann auch stärker und länger auftreten können. Sehr kurze Zyklen von unter 21 Tagen sprechen dafür, dass kein Eisprung stattgefunden hat.
Die hormonelle Umstellung des Körpers und der damit veränderte Monatszyklus beginnt mit etwa 40 Jahren, bei manchen auch früher, bei anderen später. Trotz des veränderten Zyklus ist die Frau in dieser Zeit aber immer noch fruchtbar und auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist, kann eine Schwangerschaft nicht ausgeschlossen werden.

Frage: Wie kommt es eigentlich zu den Wechseljahren und was passiert dabei im Körper?

Antwort: Der Grund für die Hormonumstellung des Körpers in den Wechseljahren ist, dass der Vorrat an Eizellen in den Eierstöcken zu Ende geht und das hormonproduzierende Gewebe langsam verkümmert. In den Eierstöcken werden so zunehmend weniger Östrogene produziert und der Östrogenspiegel im Körper sinkt, während die Produktion des männlichen Hormons Testosteron gleich bleibt. Auf diese neue Mischung des Verhältnis der Geschlechtshormone reagiert das Zwischenhirn mit Alarm und sendet die Botschaft an die Eierstöcke, mehr Östrogene zu produzieren. Da die Produktion jedoch immer geringer wird, erhöht das Zwischenhirn seinen Alarm und bringt damit andere Bereiche des Gehirns wie das Temperaturzentrum und das Limbische System (“Gefühlszentrum”) durcheinander. In der Folge kann es zu den typischen Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Herzklopfen oder Schwindelgefühle kommen.

Unter diesen Beschwerden leidet jedoch nur etwa ein Drittel aller Frauen. Bei den anderen zwei Dritteln treten sie nur gelegentlich auf oder bleiben sogar ganz aus.

Frage: Welche Symptome können in den Wechseljahren auftreten?

Antwort: Neben einem unregelmäßigen Zyklus bzw. dem Ausbleiben der Menstruation können (müssen aber nicht!) weitere Symptome in den Wechseljahren auftreten:

  • Hitzewallungen
  • Schweißausbrüche
  • Schwindel
  • Schlaflosigkeit
  • Minderung der Leistungskraft
  • Nervosität
  • Depressionen
  • Kopfschmerzen
  • trockene Scheide
  • Lustlosigkeit

Meist lässt sich den Beschwerden mit genügend Bewegung, einer ausgewogenen, vollwertigen Ernährung und einer positiven Einstellung zu diesem neuen Lebensabschnitt erfolgreich entgegenwirken.

Frage: Was bedeutet die Menopause und woran erkennt man sie?

Antwort: Die Menopause bezeichnet die letzte Regelblutung einer Frau und tritt meist um das 52. Lebensjahr ein. Man spricht von einer Menopause, wenn die Blutung an 12 aufeinander folgenden Monaten ausgeblieben ist – sie lässt sich also nur im Nachhinein bestimmen.

Frage: Was kann man gegen Beschwerden in den Wechseljahren tun? Gibt es Alternativen zu einer Behandlung mit Hormonen?

Antwort: Beschwerden während der Wechseljahre müssen nicht unbedingt mit einer Hormontherapie behandelt werden. Immer öfter werden pflanzliche Wirkstoffe (zum Beispiel aus Soja) angewendet. Zusammen mit ausreichend Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung und viel Calcium kann so den meisten Beschwerden erfolgreich entgegengewirkt werden. Das Calcium ist dabei besonders wichtig um Knochenschwund (Osteoporose) vorzubeugen. Empfohlen wird mindestens 1 Gramm pro Tag (in einem Liter Milch sind etwa 1,2 Gramm Calcium enthalten). Damit das Calcium vom Körper besser aufgenommen werden kann, ist zusätzlich Vitamin D sehr wichtig. Dieses Vitamin kann der Körper selbst produzieren mit Hilfe des UV-Lichts der Sonne, es ist aber auch in fetten Fischen enthalten oder einigen Lebensmitteln extra zugesetzt (z.B. Margarine).

Frage: Kann man etwas tun, um Hitzewallungen vorzubeugen?

Antwort: Wenn Sie unter Hitzewallungen leiden, sollten Sie am Besten nur wenig Alkohol, Kaffee oder schwarzen Tee trinken, denn diese Getränke begünstigen Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Hilfreich ist außerdem die “richtige” Kleidung: Tragen Sie bevorzugt Naturfaser oder besser noch Mikrofaser (zum Beispiel “Funktionskleidung” oder “Funktionswäsche”) und kleiden Sie sich nach dem Zwiebelschalen-Prinzip, so können Sie schnell mal etwas aus- oder anziehen, wenn Ihnen zu warm oder zu kalt wird.

Frage: Welche Nebenwirkungen kann eine Hormontherapie haben und sollte man sie überhaupt gegen Wechseljahrsbeschwerden einsetzen?

Antwort: Eine Hormontherapie wird eingesetzt um die Beschwerden in den Wechseljahren zu lindern. Neuere Studien zeigen allerdings, dass die Therapie mit Hormonen unter anderem das Brustkrebsrisiko erhöht. Sie darf daher nicht leichtfertig eingesetzt werden. Bei sehr starken Beschwerden kann eine Hormontherapie jedoch sinnvoll sein.
Der Nutzen einer solchen Therapie sollte immer sehr genau gegenüber den Risiken abgewogen werden. Außerdem sollte sie keinesfalls über mehrere Jahre erfolgen. Es empfiehlt sich auch, die Hormone nach einer Weile abzusetzen um zu überprüfen, ob die Beschwerden überhaupt noch auftreten.

Frage: Können Sojapräparate gegen Wechseljahrsbeschwerden eingesetzt werden oder sind diese gesundheitlich bedenklich?

Antwort: Als eine Alternative zur Hormontherapie gilt die Einnahme von Phytoöstrogenen, die in einigen Pflanzen vorkommen und dem Sexualhormon Östrogen ähneln. Ein sehr hoher Anteil von Phytoöstrogenen, den Isoflavonen, findet sich zum Beispiel in der Sojabohne. Diese Isoflavone ähneln dem Hormon Östradiol, welches als stärkstes Östrogen unter anderem vor einer Verkalkung der Adern schützt, den Cholesterinspiegel senkt und Osteoporose verhindert. Da sich die Produktion von Östradiol bei Frauen in den Wechseljahren verringert, versucht man diesen “Mangel” mit Sojapräparaten auszugleichen.
Obwohl viele Studien die positiven Wirkungen von Isoflavonen auf Wechseljahrsbeschwerden zu bestätigen scheinen und sogar eine Senkung des Brustkrebsrisikos vermutet wird, stehen viele Experten einer Therapie mit Isoflavonen kritisch gegenüber. Sie befürchten, dass es bei einer sehr hohen Konzentration dieses Phytoöstrogens gerade zu einem erhöhten Brustkrebsrisiko kommen könnte, da die Isoflavone gleiche Wirkungen entfalten würden wie die synthetischen Östrogene während einer Hormontherapie.

Es bleiben vielleicht noch weitere Untersuchungen abzuwarten um eine eindeutige Empfehlung für oder gegen Isoflavone treffen zu können. Sicher ist jedoch, dass die Sojabohne eindeutig gesunde Bestandteile enthält, die unter anderem vor Herz-Kreislauferkrankungen schützen und die Verdauung ankurbeln. Es lohnt sich also, die Sojabohne durchaus öfter auf den Speiseplan zu setzen.

Frage: Kann auch ein Mann in die Wechseljahre kommen?

Antwort: Ja, auch Männer können Wechseljahre erleben. Ab dem 40. Lebensjahr geht die Produktion des Sexualhormons Testosteron im Körper des Mannes langsam zurück. Bei etwa jedem Fünften kommt es dabei zu einem Testosteronmangel und er erlebt, ähnlich wie die Frau, Wechseljahrsbeschwerden wie nachlassende Tatkraft, Reizbarkeit, Gefühlsschwankungen, nachlassende Konzentrationsfähigkeit, nachlassende Lust auf Sexualverkehr, Potenzstörungen, Schweißausbrüche und Schlafstörungen. Diese so genannte “Andropause” läuft beim Mann allerdings sehr viel langsamer ab als die Wechseljahre der Frau und ist mit etwa 75 Jahren abgeschlossen.

Gegen Beschwerden in der Andropause helfen meist, wie auch bei Frauen, genügend Bewegung, eine ausgewogene, vollwertige Ernährung und eine positive Einstellung zu diesem neuen Lebensabschnitt.

Frage: Woher stammt das Wort “Klimakterium” und was bedeutet es?

Antwort: Das Wort “Klimakterium”, wie man die Wechseljahre auch nennt, stammt von dem altgriechischen Wort “klimakter” und bedeutet ursprünglich Leitersprosse oder Lebensstufe. Diese Bezeichnung macht deutlich: Es ist nicht das Ende, sondern es geht aufwärts in einen neuen Lebensabschnitt!

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